Wie gelingt gute Kommunikation?

Wie gut und effektiv wir miteinander kommunizieren kann über den den Erfolg und Misserfolg von Projekten bestimmen. Daher ist vor allem persönliche Kommunikation - sei es im persönlichen Gespräch oder in der Präsentation - eines unserer wertvollsten Tools. Damit sie gelingt, ist es es wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen.

Transaktionsanalyse nach Eric Berne

Was bedeutet auf Augenhöhe? Hier hilft uns ein Blick auf das Kommunikationsmodell der Transaktionsanalyse. Oft kommunizieren wir unbewusst aus dem Eltern-Ich (von oben herab) oder dem Kind-Ich (angepasst oder trotzig). Wahre Klarheit entsteht jedoch dann, wenn sich zwei Menschen im Erwachsenen-Ich begegnen. Hier kommunizieren wir auf einer klaren und sachlichen Ebene mit der Haltung: "Ich bin ok, du bist ok".

Matt Abrahams

Doch Haltung allein reicht nicht, vor allem wenn es um Präsentationen geht. Hier kommen die Prinzipien von Matt Abrahams ins Spiel. Viele von uns verstricken sich in Präsentationen in zu vielen Details. Abrahams lehrt uns, dass wir Kommunikation strukturieren müssen, um trotz Nervosität oder Zeitdruck auf den Punkt zu kommen. Sein Ansatz hilft uns, unsere Gedanken so zu ordnen, dass das Wesentliche nicht zwischen den Zeilen verloren geht.

Meine eigene Erfahrung

In den letzten Wochen habe ich gemerkt: Mein größter Feind ist die Zeit. Wo ich früher mindestens mehrere Tage Zeit hatte mich akribisch auf Vorträge vorzubereiten, bleiben mir oft nur wenige Minuten.

Dieser Zeitdruck hat mich anfangs sehr verunsichert. Ich habe gemerkt, wie meine Stimme leiser wurde und meine Sätze mit vielen "ähms" gespickt waren. Was wir aus den Ansätze von Matt Abrahams hierfür lernen können: Struktur ersetzt Vorbereitung. Wenn keine Zeit da ist, jede Folie perfekt zu gestalten, muss mir klar sein, was der Kern meiner Botschaft ist. Wenn einem die Story klar ist, dann kann man auch ohne Skript ‚confident‘ bleiben, weil ich man sich nicht mehr an perfekt vorformulierten Sätzen festklammern muss.

Und hier schließt sich der Kreis zur Transaktionsanalyse: Confidence hat viel mit meiner inneren Haltung zu tun. Wenn ich gestresst bin, rutsche ich oft ins ‚Kind-Ich‘ – ich werde unsicher, spreche leiser und suche nach Bestätigung. Wenn ich mich stattdessen bewusst ins ‚Erwachsenen-Ich‘ begebe, atme ich tiefer, spreche deutlicher und akzeptiere, dass mein Beitrag auch ohne wochenlange Vorbereitung wertvoll ist.

Meine Erfahrung: von der Perfektion zur Präsenz

Gute Kommunikation entsteht nicht durch die perfekte Vorbereitung, sondern durch Haltung, eine Begegnung auf Augenhöhe und eine gute Struktur. Was mir persönlich in Momenten der Unsicherheit geholfen hat ist vor allem eines: Präsenz. Ich habe gemerkt, dass es enorm den Durch wegnimmt, wenn ich die Aufmerksamkeit verschiebe, weg vom Performance-Druck ("Oh nein, ich darf hier keinen Fehler machen!") hin zum gegenwärtigen Augenblick und zum Publikum ("Ich erkläre meinem Gegenüber was ich gemacht habe und warum das wichtig ist").

Author:
Laura Brylka
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